Ex-Krampen

Bei Bands ist die Personalfluktuation ja bekanntlich immer groß. Manche wechseln den Verein, weil sie größenwahnsinnig werden (wie Brian Poole, der 1965 die Tremeloes verließ, um groß rauszukommen und von dem man dann nie wieder was hörte). Auch bei uns gab’s einige Personalwechsel – manchmal mit gefletschten Zähnen, manchmal aber auch aus Gründen beruflicher Überlastung oder (seufz) weil die Gesundheit auch nicht mehr das ist, was sie mal war...

Für die im 21. Jahrhundert geborenen Kinder folgt hier eine Liste der Ex-Krampen, die sich um Aufbau und Entwicklung der Truppe verdient gemacht haben.




Hans Peter Händeler (Bass) aus Schwelm, genannt Hape, hat im Hintergrund jahrelang für uns kaputte Kabel gelötet, bis unser Tonmann Peter auf die Idee kam, ihn mal zu fragen, ob er auch Bass spielen kann. "Keine Ahnung", sagte Hape. "Ich versuch's mal." Wie sich rausstellte, konnte er es. Deswegen haben wir ihn mit der Aufgabe betraut, dies auch bei den WupperKrampen zu machen, damit wir Herrn Liverpudel in die Freiheit entlassen können. Gitarre spielen kann Hape auch. Er kann auch Gitarren und Verstärker bauen. Irgendwann jedoch er eine eigene Band und hat uns verlassen.


Ralf

Ralf Quel (Gesang)

Jahrgang 1954. Spross einer alteingesessenen Heckinghausener Dynastie. Außer Bundeskanzler hat Ralf schon alles gemacht, was Geld bringt. Als er zu den Krampen stieß, dealte er mit Drogen (Tabak) und Zeitschriften. Bei Gesangswettbewerben zog es ihn immer auf die Bühne, wo er (jedenfalls im Dudelsack) alle Preise abräumte. Vermutlich war Ralf auch der Schöpfer des Namens WupperKrabben. Leider verstand Herr Storat ihn auf der Namensfindungskonferenz miss und glaubte, WupperKrampen gehört zu haben. Da Herrn Storat dieser Name gefiel, sah der junge Musikerlehrling R. eine Chance, sich bei ihm beliebt zu machen und schleimte spontan: „O, Recht habt Ihr, Meister! WupperKrampen! Was für ein schöner Name! Auch ich bin 100% dafür! Darf ich gelegentlich Eure Gitarre putzen?“ Herr Storat war über diese Unterstützung so erfreut, dass er fortan alle schrägen Töne des Lehrlings überhörte. Herr Quel freute sich aber überhaupt nicht: Nun musste den neuen Mercedes wegwerfen, den er sich mit der hübschen Motorhaubenbeschriftung WupperKrabben gekauft hatte.
 



Uwe

Uwe Rotter (Schlagzeug/Gesang), im 20. Jahrhundert u.a "Pjb" von Beruf (klingt geheimnisvoll, woll?), war immer 'ne Art Übervater der Unterbarmer Musikszene und hat seit 1964 in vielen Wuppertaler Beat Bands die Trommeln gekloppt. Aber wie bei Musikanten üblich, meinte er irgendwann, er müsste mal was anderes machen, z.B. sich aufs Altenteil zurückzuziehen.
 


Willy

Willy "Fuzzy" Storat – Leadklampfe und Gesang

Jahrgang 1947. Ein echter Ölberger, hat mit seinen Kumpels Wolfgang Eckhardt, Eugen Asbach und Peter Lange schon Musik gemacht, bevor die Beatles prominent wurden und in allen Schuppen gespielt, die Wuppertal und andere Orte zu bieten hatten: Bei den „Young Ones“, den „Liverpools“, zig anderen sowie bei "Just4Fun" und „Talwärts“. Wie vielen Wuppertaler Rock- und Beat-Formationen er seinen Stempel aufgedrückt hat, weiß er nicht mehr, da er nicht mal mehr die Namen aller Bands kennt, in denen er in fünf Jahrzehnten aktiv war. Als 14jähriges schmales Handtuch an der Gitarre hat er schon in den 1960er Jahren den multilingualen Leadsänger gemacht und irgendwann, wie er sagt „in der Pause“ das Bassspielen erlernt. Er kennt sich aber auch mit Tasten gut genug aus, um den Keyboarder zu machen. Bei den Krampen hat Willy mit Ideenreichtum und viel Durchsetzungsvermögen den Arrangeur gemacht (sogar für unsere Tröten!): Wurde bei Proben auf der Bühne zu viel durcheinander gequasselt, hat er, obwohl privat ein liebevoller und braver Mensch, einfach nur KINDERGARTEN! RAH! RAH! RAH! SCHNAUZE HALTEN! gebrüllt. Dann war abboh Ruhe im Kattong, Alter.

Willi, am 12.7.1947 geboren, starb am 15.8.2011 in Wuppertal.


Klaus-Dieter

Klaus-Dieter Blank (Bass und Gesang), genannt K.D., Elektriker von Berf, kam wie fast alle Bassisten zum Bass, weil gerade irgendwo ein Bassist fehlte.
"He, Klaus, mach du dat mal", hieß es da, "dat is doch 'n Klacks!"
"Na gut", sagte Klaus. "Dann mach ich dat halt mal."
Er hat's gemacht und ist dabei geblieben. Sonst wissen wir nix über ihn. Er ist ein ordentlicher Mensch, immer pünktlich, konzentriert bei der Sache und versiebt nie ein Stück, was uns allen unerklärlich ist.